Besser als du, aber nicht beliebig gut. Die Hundenetzhaut hat mehr Stäbchen als deine, die Pupille öffnet sich weiter, und das Tapetum lucidum hinter der Netzhaut wirft einfallendes Licht ein zweites Mal auf die Sinneszellen. Daher das Leuchten der Augen im Scheinwerferlicht. In der Dämmerung ist dein Hund dir damit klar überlegen. Wird es wirklich finster, sieht auch er kaum noch etwas.
Wichtiger für den Alltag ist etwas anderes: Er erkennt zwar Bewegung, ordnet die Szene aber schlechter ein. Die bekannte Mülltonne wirft plötzlich einen langen Schatten, Autoscheinwerfer schieben wandernde Schatten über den Gehweg, und entgegenkommende Menschen sind unter Kapuze und Schal keine vertrauten Silhouetten mehr. Gleichzeitig übernimmt die Nase. Rechne damit, dass dieselbe Runde im Dunkeln länger dauert, weil mehr geschnüffelt und weniger gerannt wird.